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Willkommen

Einladung zum Fachtag "Entwicklungshilfe oder Reparationen?" am 12. Oktober 2017 in Potsdam

 

 „Entwicklungshilfe“ oder Reparationen?
Warum die Nachfahren Kolonisierter Wiedergutmachung fordern

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 9.30 bis 16.30 Uhr
Bürgerhaus am Schlaatz • Schilfhof 28 • 14478 Potsdam

Spanien, Italien und die USA werden am 12. Oktober 2017 offiziell den 525. Jahrestag der „Entdeckung Amerikas“ durch Kolumbus feiern. Hingegen haben indigene Initiativen schon in mehreren Staaten Amerikas erreichen können, dass der auf dem Kontinent weitverbreitete Nationalfeiertag mit der Ehrung der kolonisierten Bevölkerung verbunden wird. Auf dem Weltsozialforum in Tunis 2013 hat ein Bündnis von Nichtregierungsorganisationen den Termin zum weltweiten International Day for Reparations
concerning Colonization erklärt.

Die BREBIT 2017 begeht den Tag gemeinsam mit Expert_innen und Aktivist_innen aus amerikanischen und afrikanischen Ländern,
die mehr über weltweite Bewegungen für Reparationen berichten. Im Anschluss diskutieren wir, ob die ehemaligen Kolonialmächte – darunter auch Deutschland – statt großzügig erscheinender „Entwicklungshilfe“ nicht eher zur Wiedergutmachung für koloniale Ausbeutung, Versklavung, Vertreibung und Vernichtung verpflichtet sind.

Programm

9.30 Uhr Ankommen bei Kaffee und Tee

10.00 Uhr Begrüßung
Einführung mit Tahir Della und Christian Kopp
Kurzfilme: „History vs. Christopher Columbus“ und
„One Word – Christopher Columbus“

11.15 Uhr Workshops zu Reparationsbewegungen in Amerika und Afrika

Workshop 1 Native Americans Reparation Movements in the USA
(in English) mit Red Haircrow
The educator informs about the ongoing struggle of Native Americans in the
USA for damages due to the numerous breaches of contractual rights by the
US government having mismanaged Native American lands and properties.

Workshop 2 Reparationsforderungen aus den karibischen Staaten
mit Dr. Claudia Rauhut
Die Referentin stellt die Reparationsbewegung der Staaten der Caribbean
Community (CARICOM) vor und kontextualisiert dabei auch einen Videobeitrag
von Professor Verene Shepherd, Vorsitzende des Nationalen
Reparationskomitees von Jamaika.

Workshop 3 Der Kampf der Ovaherero und Nama um Entschädigung für
Deutschlands Genozid 1904 – 1908 mit Israel Kaunatjike
Der Referent berichtet vom Kampf der Ovaherero und Nama um Entschädigung
für den Völkermord der kaiserlichen „Schutztruppe“ in der ehemaligen
Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ 1904 – 1908. Der Genozid wurde erst
2015/16 von der Bundesregierung anerkannt, die sich allerdings bis heute
weigert, Entschädigungszahlungen für den Raub von Land und Eigentum zu
zahlen

Workshop 4 Tansanische Reparationsforderungen an Deutschland für den
Maji-Maji-Krieg 1905 – 1907 mit Mnyaka Sururu Mboro
Der Referent gibt Auskunft über die auch in Tansania geführte Debatte zur
Rückgabe von Museumsobjekten und menschlichen Gebeinen sowie über
Reparationen für den verheerenden Maji-Maji-Krieg in der
ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“. 2017 haben Mitglieder
der tansanischen Regierung die Vorbereitung einer Klage gegen
Deutschland angekündigt.

13.15 Uhr Mittagspause

14.30 Uhr Fishbowl-Diskussion „Entwicklungshilfe oder Reparationen?“
Angesichts der gravierenden Folgen von Kolonialismus,
Versklavungshandel
und Völkermord stellt sich die Frage, ob nicht
nur auf den zynisch erscheinenden Begriff, sondern auch auf das
Konzept von „Entwicklungshilfe“ gänzlich verzichtet und von den
massiv profitierenden Kolonialmächten stattdessen symbolische
und materielle Reparationen geleistet werden müssten.
Wir diskutieren: offizielle Entschuldigung und Reparationen oder
freiwillige Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit?
Moderation: Abdou Rahime Diallo

16.00 Uhr Verabschiedung

16.30 Uhr Ende

Anreise

Mit dem Auto
Folgen Sie ab Potsdam Zentrum der Ausschilderung Richtung Waldstadt und biegen dann
in den Horstweg ab. An der ersten Kreuzung biegen Sie rechts in die Straße „An der Alten
Zauche“ ein. Die vierte Straße links ist der Schilfhof. Am Ende der Straße befindet sich das
Bürgerhaus.
Aus Richtung Berlin nehmen Sie die A115 Richtung Leipzig, Magdeburg bis zur Anschlussstelle
(6) Potsdam-Babelsberg und folgen dem Nutheschnellweg Richtung Potsdam-Zentrum. An
der Abfahrt Horstweg biegen Sie links in diesen ein. Die vierte Straße links ist der Schilfhof.

Mit den öffentlichen Verkehrmitteln
Das Bürgerhaus Schlaatz ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.
Die Busse 618 und 693 (ab S-Bahn Potsdam Babelsberg) fahren zur Haltestelle Schilfhof.
Die Tramlinien 92, 96, 98 und 99 bringen Sie ab Potsdam Hauptbahnhof zur Haltestelle
Magnus-Zeller-Platz.

Anmeldung
BREBIT-Koordinationsgruppe
in Trägerschaft der RAA Brandenburg
Zum Jagenstein 1, 14478 Potsdam
Tel. (0331) 747 80 25 • Fax (0331) 747 80 20
E-Mail: info@brebit.org

Eintritt frei