Referent_innen-Bereich

Die Bildungsstandards der BREBIT

 

1. Verbot der Spendenwerbung
 
In den BREBIT-Bildungsveranstaltungen ist Spendenwerbung nicht erlaubt


2. Überwältigungsverbot

Es ist nicht erlaubt, die Teilnehmer_innen - mit welchen Mitteln auch immer - im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der "Gewinnung eines selbständigen Urteils" zu hindern.


3. Gebot der Kontroversität

Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch in der Bildungsveranstaltung kontrovers erscheinen. Der/die Referent_in soll das Thema immer aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und dabei gegensätzliche gesellschaftliche Standpunkte sichtbar machen.


4. Teilnehmer_innenorientierung

Die Teilnehmer_innen sollen in die Lage versetzt werden, politische Probleme zu analysieren und sich in die Lage der davon Betroffenen hineinzuversetzen sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie sie die Problemlösung im Sinne ihrer eigenen Interessen unter Berücksichtigung der Mitverantwortung für das soziale Ganze beeinflussen können.


5. Perspektivenwechsel

Für die Herausbildung eines überlegten Urteils ist es notwendig, dass die Teilnehmer_innen Probleme, Prozesse und Strukturen aus der Sicht unterschiedlicher Akteure betrachten und sich in deren Lage hineinversetzen. Entwickeln sie dabei Verständnis für Denk- und Handlungsweisen mehrerer Akteure, dann wird ihnen eine einseitige und unüberlegte Parteinahme erschwert. Der Perspektivenwechsel bewirkt die Distanz zu spontanen oder vorgeformten Urteilen, denen unreflektiert gefolgt wird, und fördert damit die Eigenständigkeit des politischen Denkens und Handelns.


6. Sichtbar machen von Stimmen aus dem Globalen Süden

In der BREBIT-Bildungsveranstaltung kommen Menschen aus dem Globalen Süden selbst zu Wort, beispielsweise durch Originalzitate, Textbeiträge von Autor_innen aus dem Globalen Süden, Interviews in Audio- oder Videobeiträgen. Sie beziehen Stellung zu dem in der Veranstaltung thematisierten Problem und schildern ihre persönliche Sichtweise. Unter Beachtung des Gebotes der Kontroversität sollen in der Veranstaltung stets verschiedene Stimmen aus dem Globalen Süden zu Wort kommen, die unterschiedliche oder gar gegensätzliche Sichtweisen vortragen. Migrantische Referent_innen mit Lebensmittelpunkt in Deutschland sind keine Stimmen aus dem Globalen Süden.

7. Menschen im Globalen Süden als aktiv handelte Subjekte darstellen

Menschen im Globalen Süden sollen als reale Menschen in ihrer ganzen Komplexität dargestellt und nicht auf einzelne Aspekte wie Armut oder ethnische Zugehörigkeit reduziert werden. Sie sollen als Akteure und Subjekte statt als Objekte und Hilfsempfänger_innen auftreten. Menschen im Globalen Süden sollen weder als Gegenbild zu Europäer_innen beschrieben, noch als „die Anderen“ dargestellt oder auf ihr Anderssein festgelegt werden. Sie sollen mit den gleichen Begriffen und Bezeichnungen beschrieben werden wie Europäer_innen. Verwenden Menschen aus dem Globalen Süden eine Selbstbezeichnung, so soll diese auch in der BREBIT-Veranstaltung benutzt werden.


8. Vermeidung stereotyper Darstellungen

Stereotype Darstellungen in Wort und Bild sollen in BREBIT-Bildungsveranstaltungen vermieden werden. Lebensrealitäten sollen in ihrer Vielfalt präsentiert werden, neben ländlichen sollen auch städtische, neben traditionellen auch moderne Lebensweisen dargestellt werden. Eine ausschließlich defizitäre Darstellung (z.B. Hunger, Armut) ist zu vermeiden.


9. Gender gerechte, nicht-diskriminierende und nicht-rassistische Sprache

Objekte und Subjekte im Globalen Süden sollen mit den gleichen Begriffen bezeichnet werden, wie sie in Europa bezeichnet würden (z.B. Haus statt Hütte, Volk statt Ethnie, Dialekt statt Sprache). Rassistische Begriffe sind zu vermeiden (z.B. Stämme, Schwarzafrika, primitiv, farbig). Ideologisch aufgeladene und eurozentrische Begriffe wie „Hilfe“ oder „Entwicklungsland“ sollen mit den Teilnehmer_innen “ kritisch reflektiert werden.In Texten ist auf eine Gender gerechte Schreibweise zu achten.