BREBIT-Fachtag 2019

Immer mehr Menschen in Deutschland sehen den Klimawandel als große Bedrohung. Gleichzeitig gibt die Mehrheit der Deutschen laut Umfrage im Mai 2019 nichts für den Klimaschutz aus und lehnt auch eine CO²-Steuer ab.

Wir haben viele kleine und große Möglichkeiten, unseren Alltag nachhaltiger zu gestalten. Aber es fällt uns schwer, Dinge anders zu handhaben, Wachstumsideen loszulassen und unseren Blick auf die Welt und das Leben umzuorientieren. Wie können wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Veränderung bewirken? Wo müssen wir ansetzen? Was kann im Schulalltag anders gemacht werden? Welche Instrumente und Methoden gibt es? Diesen und weiteren Fragen geht der diesjährige BREBIT-Fachtag nach.

>>> Der Flyer mit dem vollständigen Programm steht hier zum Download bereit.

WAnn: 19. September 2019, 9:00 bis 16:00 Uhr

Wo: Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) in Ludwigsfelde

Was: Workshops, Gesprächsrunden, Vorträge, ...

 

Melden Sie sich als Lehrkraft über die TIS-Datenbank (19L410101). Geben Sie bei der Anmeldung bitte an, an welchem Workshop Sie teilnehmen möchten.

Alle anderen schreiben bitte eine E-Mail an .

 

Workshop 1: Ebbe ohne Fisch? mit Marianne Ballé Moudoumbou, Afrika-Wirtschaftsforum (AfWiFo)

Wir lassen uns im Workshop vom Duala Sprichwort „Bei Ebbe zieht sich das Wasser nie ohne die Fische zurück“ inspirieren. Die Wirtschaft in Brandenburg spricht Yoruba, Kreolisch und Persisch. Unternehmen und Organisationen von Menschen mit Migrationsbiographien geben entscheidende, transformative und innovative Impulse zu einer nachhaltigen, rassismusfreien und solidarischen Wirtschaft. Wie können Möglichkeiten des Austauschs mit Unternehmer*innen, Organisationen und Eltern mit Migrationsbiographie in den Unterrichtsalltag eingebunden werden? Welche Methoden können eingesetzt werden, damit entscheidende Akteur*innen nicht zurückgelassen werden, sondern sie neue didaktische Formate aktiv mitgestalten können?

 

Workshop 2: Was können wir Kindern an Bildern zumuten? mit Aretha Schwarzbach-Apithy, Erziehungswissenschaftlerin

Wie sind wir als Lehrer*innen vorbereitet, komplexe Themen wie Flucht in den Unterricht mit einzubeziehen? Im Workshop können sich die Teilnehmenden in einem prozess- und ergebnisorientierten Format über ihre Positionen zu dem historisch-aktuellen Thema Flucht miteinander austauschen. Ist es erforderlich, Kinder in die gesellschaftlichen, auch visualisierten, Diskurse zu Fluchtursachen einzubeziehen? Sind wir dafür mit adäquater Didaktik vorbereitet? Im Workshop werden wir uns auch damit auseinandersetzen, wie wir selbst emotional und mental Fluchtursachen und geflüchtete Menschen wahrnehmen.

 

Workshop 3: Verkörperte Ökologie mit Sophie Filip, Verkörperte Ökologie e. V.

Mithilfe von Achtsamkeitsübungen, Bewegungsübungen, Meditationen, Partnerübungen und Austausch entwickeln wir neue und kreative menschliche Handlungsweisen, die den Übergang von der industriellen Wachstumsgesellschaft zu einer lebenserhaltenden, zukunftsfähigen Gesellschaft ermöglichen. Angelehnt ist der Workshop an die Tiefenökologie von Joanna Macy. Der Workshop wird teilweise mit Musik begleitet, die die emotionalen Prozesse und auch die körperlichen Bewegungs- und Tanzimprovisationen unterstützt. Der Workshop lädt ein zum Loslassen und zum Durchleben von Gefühlen. Daraus eröffnen sich neue Sichtweisen, die uns Kraft geben, um für das Leben und unsere Heimat, die Erde handeln zu können.

 

Workshop 4: Macht von Sprache mit Anette Kübler, Bildungsreferentin

Begriffe haben eine Geschichte und einen Kontext. Es kann verunsichern, wenn wir merken, wie subtil unsere Sprache von unterschiedlichen Formen gesellschaftlicher Diskriminierung geprägt ist. Manche sind verunsichert und fragen sich: Darf ich jetzt nichts mehr sagen?
Im Workshop werfen wir Blicke hinter die Worte und besprechen miteinander, was in Begriffen, die wir so gelernt haben, alles steckt. Wir wollen mehr wissen und uns austauschen, wie es aussehen könnte, hier Verantwortung zu übernehmen. Ein Ziel ist es, über einen achtsamen und selbstreflektiven Umgang mit Sprache zu einem sozial – ökologische Wandel bei zu tragen.

 

Workshop 5: Wandel mit Hand und Fuß gestalten! mit Marie Heitfeld, Germanwatch e. V.


Wir wissen und reden zwar viel über die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit und über den notwendigen Wandel, aber zu wenig darüber, wie wir ihn in Bewegung setzen können.
Was können wir tun, damit nachhaltiges Verhalten an Schulen, in Vereinen und in Städten zur Regel wird anstatt die Ausnahme zu bleiben? Wie müssen wirtschaftliche und politische Strukturen aussehen, die Menschen dabei helfen, sich nachhaltiger zu verhalten? Welche strukturellen  Rahmenbedingungen für nachhaltigere Lebensstile können wir durch unser Handeln selbst fördern und fordern? Wie wir größere Hebel für die notwendigen Veränderungen in der Bildungsarbeit greif- und nutzbar machen können, zeigen wir mit dem Konzept des Hand Prints in diesem Workshop auf.

 

Workshop 6: Weg von der Single-Story mit Magdalena Freudenschuß, RAA Brandenburg


Welche Geschichten von Globalisierung, Vielfalt und den Herausforderungen der einen Welt erzählen wir in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit? Was vereindeutigen wir? Von welchen Geschichten könnten wir uns zu Veränderungen inspirieren lassen? Mit dem kritischen Werkzeug der Single Story, der einzigen Geschichte, der nigerianischen Autorin Chimamanda Ngozi Adichie hinterfragen wir die von uns genutzten Materialien. Neue Methoden und Materialien werden vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit befragt.